Es ist gar nicht so leicht, einen Artikel über einen Kollegen zu schreiben, der sich stets in bescheidener Zurückhaltung übt, lieber zuhause als im Büro arbeitet und sich fast nie bei Firmenfeiern blicken lässt*. Einmal sagte er einen ganzen Tag über nur „Moin“ und „Tschüs“ zu seinem Büronachbarn und blickte in den dazwischen liegenden Stunden schweigend auf seinen Bildschirm, Kopfhörer im Ohr.

Ein Nerd, wie er im Buche steht? Wohl kaum. Wenn man sich mit DC-Mitarbeitern unterhält, die in den letzten 18 einhalb Jahren mit Tim Strehle zusammengearbeitet haben, treten viele Facetten zutage und es zeichnet sich das Bild eines Kollegen ab, der überaus kompetent und fleißig, kreativ, hilfsbereit, ehrlich und warmherzig ist. Ein Familienmensch mit großer Leidenschaft für seinen Beruf, der fast zwei Jahrzehnte lang immer wieder als Entwickler für wichtige Impulse in der Ausrichtung von DC gesorgt hat.

„Wenn es bei DC einen Menschen aus Knochen, Fleisch und Geist gibt, dann war das für mich in erster Linie immer Tim“, sagt ein langjähriger Kollege. „Fachlich und menschlich spielte er für mich immer in der „Champions League“. Ein anderer ergänzt: „Er ist in vielem unser Vorreiter gewesen. Er macht die Dinge so, wie er es für richtig hält und das ist auch gut so. Wenn man manchmal denkt, es gehe nicht weiter, dann kommt er und zeigt er dir, dass es doch eine andere Lösung gibt.“ Als Tim vor einigen Wochen im Teammeeting ankündigte, er werde die Firma im Sommer verlassen, war allen sofort klar: Das ist ein riesiger Verlust für uns.

Tim Strehle in seiner Anfangszeit bei DC

Am 1. Februar 1999 trat der Diplom-Dokumentar und ursprüngliche Hobby-Programmierer seinen Posten als Entwickler bei DC an. Er arbeitete an drei Produktgenerationen mit, kümmerte sich um Kundenprojekte in Deutschland und am anderen Ende der Welt, entwickelte für DC4 die Light-Version DC-L und später die Simple UI für DC-X und war bis zuletzt mit der Konzeption der neuen Benutzeroberfläche DCC betraut.

Tim Strehle wird’s schon richten

Die Kunden, deren Projekte Tim aus nächster Nähe betreut hat, wissen seinen Einsatz sehr zu schätzen. „Hatten wir wieder einen verqueren Workflow, eine knifflige Änderung unserer Produktionsschemata, die unsere eierlegende Wollmilchsau DC nun nicht mehr verdauen wollte: Die Hoffnungen ruhten alle Tage auf Tim Strehle“, so Christian Wagner, Geschäftsführender Redakteur der WESER-KURIER Mediengruppe. „Er weiß es, der kriegt das hin. Wobei aller Tage eigentlich falsch ist, denn vor Geburt seines dritten Sohnes gebar Tim Strehle seine genialsten Idee irgendwann zwischen 1 und 2 Uhr nachts. So war bei der Bremer Tageszeitungen AG für Dirk Fischer und mich eigentlich an vielen Tagen zum Arbeitsbeginn ‚Bescherung‘.“

Auch im schnelllebigen IT-Umfeld hielt Tim konsequent an seinen Qualitätsansprüchen fest und musste dabei nicht selten gegen den Strom schwimmen. „Wenn er auch in vielen Diskussionen ein harter Gegner war, so hat er insbesondere durch seine Neugier und sein Wissen immer für eine große Bereicherung gesorgt und wir werden ihn schmerzlich vermissen“, sagt der Leiter der DC-Entwicklungsabteilung.

Informatiker mit einer Begabung für Worte und einem Hang zur schriftlichen Kommunikation jenseits von Code-Zeilen sind spärlich gesät. Tim ist einer von ihnen, wie man an den vielen Kanälen, die er regelmäßig mit Informationen und Reflexionen zum Thema Digitales Asset Management füttert – Tim’s Webloggesammelte DAM-NewsTwitter-Account – unschwer erkennen kann. Auch für den DC-Blog hat er zahlreiche Beiträge geschrieben und wird der Autorin dieses Artikels sehr als konstruktiver Lektor von Newsletterbeiträgen und anderen Texten fehlen.

Über Jahre hinweg flogen Tims Finger beim Protokollieren unserer Teammeetings mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit über die Tastatur. Wer Glück hatte, konnte seine Fingerfertigkeit auch gelegentlich bei einer Gitarreneinlage in der Meeting-Pause bestaunen. Ein Kollege bedauert, nie mit ihm gemeinsam Musik gemacht zu haben – Vielleicht lässt sich das ja noch nachholen.

So schön können Besprechungspausen sein! #guitarsession #office #meeting #break @tistre

Ein von @digital_collections geteilter Beitrag am

Tim verlässt uns am 18.7. und tritt nach einem wohlverdienten Urlaub Anfang August seine neue Stelle als ‚Projektleiter Digitales Asset Management‘ beim Spiegel an. Wir wünschen ihm für die neue Herausforderung alles erdenklich Gute und gewähren ihm in der Hoffnung, er möge seinen neuen Arbeitgeber relativ schnell mit einem System aus dem Hause DC ausrüsten, einen lebenslangen Schreibzugriff auf unser DC-X SVN 😉

Tim mit Kollegen und Geschäftsführer Ole Olsen bei den DC-Kundentagen 2017, die er aktiv mit angestoßen hat.



* Zumindest seit ich bei DC angefangen habe, also in den letzten drei Jahren 🙂 Zurück nach ↑