DC_Tastatur

…Usability, mobile Devices and APIs! So das Ergebnis der Abstimmung, die Entwickler Tim Strehle am Ende seines Vortrags über Digital Asset Management Trends 2017 zum Abschluss der DC-Kundentage Anfang März in Hamburg durchgeführt hat. Auf die Frage hin, welche Themen ihnen für die Zukunft besonders wichtig seien, sprachen sich 19 der rund 40 Teilnehmer für eine benutzerfreundlichere und schönere Oberfläche aus; 15 meldeten sich bei den Stichwörtern Mobilfähigkeit und responsive Design; 14 hoben den Finger für APIs und eine service-orientierte Systemarchitektur.

Das trifft sich gut, denn in der Entwicklungsabteilung von Digital Collections wird derzeit an einer neuen Benutzeroberfläche gearbeitet, die in Sachen Usability einiges zu bieten hat. Das Projekt, an dem auch externe Designer und UX-Experten beteiligt sind, kocht seit etwa einem Jahr im DC-Labor. Ein erster Prototyp erblickte im vergangenen Herbst das Licht der Welt, Mitte des Jahres will der erste Kunde anfangen, damit zu arbeiten.

Dass auch Schnittstellen (APIs) zu anderen Systemen in der Verlagsbranche von zentraler Bedeutung sind, verdeutlichte der Vortrag von Silvano Oeschger. Der Leiter des Bereichs „Publishing Systems“ beim Schweizer Medienhaus Ringier stellte die dortigen Workflows mit DC-X als zentralem Datenmanagement-Tool vor. „Wir hatten das Problem, dass wir überall mit verschiedenen Systemen gearbeitet haben. Heute haben wir einen Input-Kanal – DC-X – und viele verschiedene Output-Kanäle: Woodwing, InDesign, Escenic, WordPress, Drupal, Brightcove und es werden laufend mehr. Wir sind sehr flexibel und können nahezu jede Publikation integrieren“, so der IT-Experte.

Auch bei der Ostsee-Zeitung werden sämtliche Meldungen in DC-X verfasst – und seit einigen Monaten veröffentlicht das Blatt der Madsack Mediengruppe auch Facebook-Stories darüber. „Der Vorteil liegt auf der Hand“, sagte Robert Haberer, verantwortlicher Redakteur für Online-Entwicklung, bei den Kundentagen. „Ich halte in einem System nach, was wo publiziert worden ist und sehe auf einen Blick, ohne dass ich ein Dutzend Facebook-Seiten im Blick behalten muss, ob ein Kollege eine Meldung bereits auf einem bestimmten Kanal veröffentlicht hat.“

Mobiles Arbeiten wiederum steht derzeit besonders bei den Kieler Nachrichten im Fokus. Wie die Reporter dort DC-X nutzen, um direkt am Ort des Geschehens ihren Artikel auf dem iPad zu verfassen und mit Fotos anzureichern, führte Projektleiter Thomas Ammermann vor.

Darüber hinaus boten die Kundentage auch diverse Blicke über den Tellerrand. Manuel Scheyda aus dem neu gegründeten Geschäftsbereich „Strategy & Innovation“ von ppi Media erläuterte etwa innovative Methoden zur Entwicklung neuer, nutzerorientierter Produkte. Die Herausforderung bestünde darin, nicht immer schon fertige Lösungen parat zu haben, sondern konkret nachzufragen: „Was brauchst du eigentlich?“

Unternehmensberater Martin Borek lieferte Ideenanstöße zur Zweitvermarktung von Content. Bestehende Inhalte auf dem B2B-Markt zu positionieren, z.B. in Pressespiegeln, Archiv-Hosts und Webaggregatoren, sei eine einfache und schnelle Brückenlösung, die man parallel zu jeder strategischen Linie anwenden könne.

Florian Benne von Microsoft Deutschland begeisterte die Zuhörer mit seiner Vorführung der „Cognitive Services“, Diensten zur semantischen Bilderkennung und Analyse von Videos. Dabei handele es sich nicht um fertige Produkte, „sondern immer um Schnittstellen, die von Anbietern wie z.B. DC eingebunden werden können, um auf Basis der künstlichen Intelligenz die eigenen Produkte besser zu machen“. In diesem Sinn haben sich DC und Microsoft schon vor mehreren Monaten zusammen an einen Tisch gesetzt. Dabei geht es auch um die Möglichkeit, noch mehr DC-Systeme in die Cloud zu heben und als Software-as-a-Service anzubieten.

Künstliche Intelligenz, Geotagging, Big Data – an Denkstoff für die Zukunft fehlt es nun wirklich nicht. „Das Ziel ist noch nicht ganz klar, aber der Weg ist schon irgendwie zu erkennen“, so DC-Geschäftsführer Ole Olsen.  „Wir haben keinen Fünfjahresplan und ich denke jeder, der so etwas in unserer Branche von sich behauptet, überschätzt sich. Das Wichtigste ist, sich so aufzustellen, dass man möglichst schnell reagieren kann – weil die Reise sich dramatisch schnell verändert.“